"Wenn Dich der Wind gegen die Küste treibt, nutze den Wind, um Dich zu retten"

Seit unserer Abfahrt aus Trondheim sind wir von Sonne und Wind verwöhnt.
Nach einigen Manöverübungen am Sonntag mittag im Trondheim-Fjord fahren wir bei 4-5 BFt gen Norden. Heute nacht dann bei taghellem Himmel Einfahrt in die Schärenwelt von Traena. Eine wunderbare Stille empfing uns. Die zackigen Inseln, dominiert von den Sieben Schwestern und dem Hestmannskollen, von Traena selbst und der Insel Lovund, eine der größten Papageitaucherkolonien der Welt (heute schliefen wohl noch alle) sind abweisend und einladend zugleich. Im Hintergrund der Svartisen-Gletscher, der zweitgrößte europäische Festlandsgletscher, an der Küste von einem Hauch Seenebel geschmückt.
Jetzt fahren wir zwischen Myken und Traena in den Vestfjorden. Der Wind hat abgenommen, aber die Sonne scheint weiter.

Schiff und Crew sind wohlauf und grüßen nach Hause



Plane nichts, was vom Wind abhängt; der Wind hat seine eigenen Pläne!

Nach ein bis zwei wundervollen sonnigen Tagen in Trondheim haben wir uns nun unser Schiff "erobert", gefüllt mit frischem Fisch und anderem Proviant.
In einer Stunde geht es los, zunächst wohl unter Maschine in den Trondheimfjord, später dann durch die Inseln auf die offene See gen Norden.

Es grüßt die Bank-Crew





Schönen Gruß aus Kirkenes.

Hier sind wir heute um 02.00 genau richtig mit dem Morgenhochwasser in den kleinen Sportboothafen eingelaufen. Die Morgenstunden haben gruselige 8° und auch heute Nachmittag werden es nur bescheidene 10°. Es ist halt Sommer in Nordost Norwegen. 
Aber es war trotz allem gestern zum Abschluss noch ein herrlicher Segeltag raumschots mit nordwestlichen Winden um 4-5 und tiefgrauem Himmel. Dazu wurde es nachmittags in Vardö an der Tanke mit auflandigem NW 6 nochmal richtig spannend.
Diese Meteorologie hatte sich seit Tagen angekündigt und ist einem käftigen Hoch über Norwegen zu verdanken, das mit seiner Vorderseite Eisbärenwetter zu uns reinschaufelt, aber immerhin regnet es ja nicht.
Trotz allem, es war ein wirklich spannender Törn mit einer tollen Segelyacht, der uns im wahrsten Sinne des Wortes bis ans Ende der Welt geführt hat.
Wie verabschieden uns von hier mit vielen unvergeßlichen Erlebnissen und nachhaltigen Eindrücken von freundlichen Menschen und einer einmaligen Natur.

Es grüßt das Team Schiffer HHSiemers.

Freitag, den 21.07.17 um 17.00

Schönen Gruß vom Ende des Welt.

Gestern haben wir Hamningberg besucht. Das älteste Fischerdorf Norwegens liegt am äußersten Ende des Varander-Nationalparks. Die Gründung der Fischersiedlung an der Finnmarkküste liegt ca. 3000 Jahre zurück. Allein die Fahrt mit dem Großraumraxi auf der Küstenstraße entlang der Barentsee wird zu einem atemberaubenden Erlebnis. Vorbei an Schneefeldern, die bis an die Straße reichen und mehreren Rentierrudeln und durch sehr interessante Granitfelsen und über lachsreiche Flüsse, erreichen wir nach 1Stunde das kleine Dorf - wir sind tatsächlich am Ende der Welt. "The End of the Road", so der Slogan des Dorfes. Heute ist es das Ziel von Wohnmobilisten und Bikern.
Das Fischerdorf entging als einzige Ortschaft der systematischen Zerstörung durch die Wehrmacht im Herbst 1944. Deshalb sind dort noch die alten Bockhäuser mit kyrillischen Schriftzügen erhalten, die ehemals in Russland gefertigt und hier aufgebaut wurden. Das Fischerdorf ist heute ein Kulturdenkmal der traditionellen Fischersiedlungen. Hamningberg hat Anfang des 19. Jahrhunderts intensiven Handel mit den russischen Pomoren betrieben. Am Dorfeingang steht ein Mahnmal an den Rettungskreuzer "Colin Archer", der am 20.Mai 1894 in der Bucht von Hamningberg 14 Schiffbrüchige eines havarierten Schiffes retten konnte.
Am Nachmittag haben wir uns mit Hilfe unseres einheimischen Guide frischen Kabeljau aus dem benachbarten Fischereibetrieb besorgt.
Heute werden wir am späten Nachmittag mit ablaufender Tide zu unserer letzten Etappe nach Kirkenes starten. Wir erwarten dazu sehr viel Sonne und leichte Winde aus nordwestlicher Richtung.

Wir grüßen die Daheimgebliebenen.
Allen geht es bestens.

In den letzten Tagen segelte die Crew der Bank entlang der Fjorde und Sunde Mittelnorwegens. Nach einer bewegten Überfahrt von Bergen nach Alesund mit viel Wind und See, besuchten wir am Dienstag das UNESCO-Weltkulturerbe Geirangerfjord zur Abwechslung per Fährschiff und Bus.
Inzwischen sind wir auch soweit nördlich, dass es Nachts nicht mehr dunkel wird. Dies wurde auf dem Weg nach Kristiansund gut genutzt und bis weit nach Mitternacht stand das große, bunte Vorsegel am Mast.
Für die nächsten Tage sind gutes Wetter und norwegisch-hochsommerliche Temperaturen vorhergesagt.

Es grüßt die Crew der Bank.