Am Morgen haben wir nach einer nächtlichen Kreuz mit Mond und Wolken den Ankerplatz S-lich der Einfahrt zum Svir-River erreicht.
Dieser ist die Verbindung zwischen Onega- und Ladoga-See.
Es gibt wieder mehr Schiffe, auch aus dem Wolga-Don Kanal.
Wir hatten uns auf eine schöne Durchfahrt gefreut, aber leider Regen, diesig und kalt. Dafür aber keine Probleme beim Kanaldispatcher. Es scheint dass es mit den Behörden einfacher wird, je näher wir uns St. Petersburg nähern.


Grüße aus dem Svir-River,
Carol und Crew
Percy, Carel, Mechthild
Frank, Christian, Sabine
Egbert, Henrik, Helmut

Freitag 4.8. – Sonntag 6.8.
Kizhi, ein Highlight Kareliens: die Kirche mit Kapelle und Glockenturm, kunstvoll erbaut von wohlhabenden Bewohnern von 120 Dörfern der Region. Die Schindeln der Zwiebeltürme wurden mit der Axt aus Espenholz geschlagen und glitzern silbrig. Insgesamt gibt es 33 Türmchen – so alt ist Jesus geworden.
Die gesamte Insel ist ein großes Freilichtmuseum mit reich verzierten Holzbauten. Hunderte Besucher kommen täglich mit den sog. „Raketas“ (Tragflächenbooten).
Am Sonnabendmorgen segeln wir mit halbem Wind nach Petrozavodsk. Wieder treffen wir auf sehr freundliche, unbürokratische Leute. Alexander, der Hafenmanager des südlich der Stadt liegenden Hafens, weist uns zum Dieselbunkern an die Frachtschiffpier ein. An einfachen Holzstegen finden wir einen guten Liegepatz und auch die Gelegenheit, in einer abenteuerlichen Dusche kalt zu duschen.

Wassertanken geht nicht, aber wir bekommen den Tipp, zu einem ausgewiesenen Abschnitt des Onega-Sees zu fahren, wo es das reinste Wasser geben soll. Unsere Gastgeschenke werden von Alexander gleich erwidert mit einer kleinen Wodka-Ration.
Ein Teil der Crew darf mit einem frisch aufgetankten „Raketa“ -Tragflächenboot zum Anleger beim Stadtzentrum fahren, der Rest klemmt sich in Taxen, um die Stadt zu besichtigen.
In Petrozavodsk stehen nicht nur Plattenbauten sondern auch prächtige Häuser und Statuen von Marx, Engels und Lenin. Abends waren wir karelisch essen, Sonntagmorgen haben wir das karelischen Nationalmuseum besucht. Wir sind froh Helmut dabei zu haben, der sich unermüdlich auf russisch um Organisation und Transfers kümmert; ohne russische Sprachkenntnisse wäre man aufgeschmissen.
Am Nachmittag mit frischem Wind Richtung Svir-River, dem Ausgang des Onega Sees. Der Onega See hat immerhin die 17-fache Größe des Bodensees.
Nach einem köstlichen Abendessen mit frischen Lachssteaks erreichen wir das Trinkwassergebiet des Onega-Sees. Fürs Wassertanken haben wir extra zwei neue Pützen gekauft und schöpfen jetzt, was das Zeug hält, bis alle drei Wassertanks voll sind.

Grüße aus Alesund,

heute haben wir die Bank von Bremen von Henrike und Crew übernommen. Der Tag war mit einkaufen, einweisen, einpacken, auspacken gefüllt. Nun sind wir eigentlich klar zum auslaufen und hoffen sehr, dass das gestern verlorengegangene Gepäck eines Crewmitgliedes mit dem späten Flug nach Alesund geliefert wird. Das vorausgesetzt, geht es morgen Richtung Florö. Alles wohlauf an Bord.

Viele Grüße

Felix
Im Hafen sind die Schiffe sicher, aber dafür sind sie nicht gebaut


Gestern hatten wir noch mal einen herrlichen sonnigen Segeltag mit Besegelung von Gennaker bis zum dritten Reff im Groß ohne Vorsegel.
Heute mittag waren die Leinen fest in Alesund.

Wir alle sind dankbar für eine wunderbare erlebnisreiche Reise.

Es grüßen Micha, Sabine, Jürgen, Harald, Karen, Dirk, HaJo, Corinna, Christoph und Henrike von der Bank von Bremen


Donnerstag 3.8.2017
Sämtliche Schleusen geschafft, heute Liegetag in Povenets. Morgens proviantieren, mittags kam Konstantin Timonin, Vizepräsident der Kanalbehörde Belomorsk/Onega an Bord, ein sehr freundlicher und weltoffener Mann, ehemaliger Handelsschiffskapitän, der uns dann in die größere Stadt Medvesegorsk gefahren hat. Dort erfuhren wir vom Direktor des Regionalmuseums viel über das Leben in Karelien und den Bau des Belomorsk-Kanals. Anschließend gab es Tee zuhause bei Konstantin.
Wir besuchten den historischen Bahnhof und bestiegen mit Aussicht auf den Onega-See gemeinsam einen Hügel , in den die an der Seite der Nazis kämpfenden Finnen im Zweiten Weltkrieg erstaunlich weitläufige Bunkeranlagen geschlagen haben. Heute veranstaltet die Jugend dort gelegentlich Disko-Abende.
Das Angebot Konstantins Banja zu nutzen, mussten wir leider ausschlagen da wir über Nacht die Weltkulturerbe-Klosterinsel Kizhi erreichen wollten. Es war ein herrliches Segeln bei Mond, farbenprächtigem Abend- und Morgenhimmel, raumschots Brise und ruhiger See. In den frühen Morgenstunden sahen wir schon von fern die Türmchen des Klosters, jetzt liegen wir vor Anker in Sichtweite und setzen gleich über an Land.

Carol und Crew