„Plane nichts, was vom Wind abhängt, der Wind hat seine eigenen Pläne!“ (Sonntag 11. August 2019)

Die Nacht war geprägt von Nebel und Eisbergen. Wenn man diese sieht, sind sie ein Objekt der Bewunderung, des Staunens, der Begeisterung, der Demut vor der Macht der Natur. Sieht man sie jedoch nicht, erahnt man sie nur auf dem Radar, werden sie bedrohlich und unberechenbar. Wir konnten sie dennoch gut erkennen, da wir bei guter Sicht schon Radarübungen mit den sichtbaren Eisbergen gemacht hatten.


Im Nebel segelten wir zum Eingang des Davy Sundes, den wir am Morgen erreichten, früher als wir am Vortag gedacht hatten. Während der Wache 1 riss der Nebel kurz auf, die Küste und Berge lagen kurz unter blauem Himmel vor den Augen der Crew. Dann schloss sich der Nebel wieder. Später riss der Nebel endgültig auf. Vor dem Wind segelten wir den ganzen Tag in den Kong Oscar Fjord hinein. Nyhavn als Ankerplatz verbot sich wegen der Welle und zwei Eisbergen, die die Bucht bereits besetzten. Wir segelten also weiter. Die Sirious Patrouille kam uns entgegen, sie winkten uns zu ohne die Absicht, an uns heranzukommen. Dabei hatten wir das Schiff schon extra aufgeräumt.
Nach einer kurzen Besprechung entschieden wir uns, in der Bucht von Menander Ö zu ankern und über Nacht zu bleiben. Erneut näherte sich die Sirious Patrouille. Sie wollten uns überprüfen. Am Ende scheiterte das Längsseitsgehen an der Welle. Wir riefen hallo, ich nannte Ihnen die Nummer unseres Permits, und sie baten uns, morgen in Ella Ö die Station aufzusuchen und unser Permit zu zeigen.
Dann fragten sie, was wir hier täten, und als sie hörten, dass wir hier „ on vacation“ seien, erklärten sie uns für verrückt. Auf die Frage nach Nebel erwiderten sie: it comes and goes, You have to live with it.
Nun liegen wir vor Anker in einer wunderbaren Bucht, steinig und karg, wie eine Mondlandschaft, an der Grenze von Old Red und Eleonore Sediments.

Wir sind sehr zufrieden und glücklich mit dem bisherigen Verlauf der Reise und grüßen nach Hause

Henrike im Namen der Crew

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Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden!

Der Tag (Dienstag 06.08.) begann mitten auf der Dänemarkstrasse, morgens, so berichtete die Wache, mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Dann kam Nebel auf, und später auch der erste Eisberg. Zum Glück schafften Sonne und Wind mit vereinten Kräften, den Nebel zu vertreiben.
So konnten wir den Blick auf die Blosseville Küste mit den hohen Zacken genießen. Außerdem erschien dann die Elephantenparade der Eisberge, zum Teil riesige Kavenzmänner, die im Sonnenlicht fluoreszierten. Der Wind hatte ordentlich aufgefrischt und mit verminderter Segelfläche konnten wir bei Sonnenschein unter blauem Himmel bis kurz vor Ittoqqortoormiit segeln, dem entlegensten Orte Grönlands. Um 18:30 hielt der Anker, und wir haben gerade unseren Ankertrunk zu uns genommen!

Schiff und Crew sind glücklich, unser erstes Ziel erreicht zu haben.

Es grüßen nach Hause:
Micha, Sabina, Jürgen, Harald, Inke, Percy, Mike, Sabine, Corinna und Schiffer Henrike